Der Schwäbische Turnerbund (STB) hat sich der im Juli 2019 gegründeten Initiative Sports for Future angeschlossen, wie STB-Präsident Wolfgang Drexler am Rande der Turn-WM in Stuttgart bekannt gab. Das Bündnis aus SportlerInnen, Vereinen, Verbänden, Fans und Förderern hat das Ziel hat, die verbindende Kraft des Sports einzusetzen, um gemeinsam den Herausforderungen der Klimakrise zu begegnen.

Der STB sieht sich in diesem Konzept als ein Partner, der sich mit Erfahrung und Innovation einbringen kann. „Sich um Nachhaltigkeit bemühen heißt, Verantwortung für unsere Gesellschaft zu übernehmen. Für uns als STB geht Nachhaltigkeit über die Bewegungsförderung und soziale Teilhabe hinaus – insbesondere, wenn es um solche existenziellen Herausforderungen wie die Klimakrise geht“, sagte Drexler. „Wir als Turnbewegung in der Mitte der Gesellschaft wollen dieser Verantwortung gerecht werden und so dazu beitragen, eine lebenswerte Zukunft für unsere Kinder und die nachfolgenden Generationen zu sichern.“  

Die Turn-WM und der Beitritt zur Initiative Sports for Future seien Anlass gewesen, sich selbst noch mehr zu hinterfragen und die Dinge und Prozesse auf den Prüfstand zu stellen. 

„Es passt zu unserem Bekenntnis zu Sports for Future, dass wir hier in Stuttgart erste Schritte in Richtung einer ‚grünen Turn-WM‘ gehen,“ so Drexler. Um den Gebrauch von Trinkbechern auf ein Minimum zu reduzieren, wurden den Beteiligten insgesamt 2.500 Trinkflaschen zur Verfügung gestellt. Gefüllt werden sie mit Wasserspendern in den Hallen, für die extra Wasserleitungen gelegt wurden. Zudem arbeitet die gesamte Organisation der WM vorwiegend papierfrei, das betrifft z.B. auch das Medienzentrum.

Fabian Hambüchen

Nun gehe es darum, das Thema weiter in den Verband und vor allem aktiv in die Vereine zu tragen. „Wir haben mit Sicherheit noch einen längeren Weg vor uns“, resümiert der STB-Präsident, „aber wir stoßen diese Entwicklung bewusst an und wollen hier zur Turn-WM auch in dieser Hinsicht neue Zeichen setzen!“ 

Zu den Initiatoren des Bündnisses Sports for Future gehört auch Turn-WM Botschafter Fabian Hambüchen, weiterhin u.a. die TSG Hoffenheim, der SV Werder Bremen und die Deutsche Sportjugend. Die Stellungnahme der Initiative, über die der Sport versammelt werden soll, zählt bereits mehr als 135 Unterschriften von Vereinen, Verbänden und weiteren UnterstützerInnen. Sie repräsentieren ca. 15 Millionen Mitglieder in Deutschland und der Schweiz.  

Weitere Informationen: www.sportsforfuture.de

Gäste des Pressegespräches: Dr. Peter Huber (Münzleiter Staatliche Münzen Baden-Württemberg), Fabian Hambüchen (Turn-WM Botschafter), Winfried Kretschmann (Ministerpräsident), Elisabeth Seitz (Turn-Team Deutschland), Wolfgang Drexler (STB Präsident), Bernd Kussmaul (Geschäftsführer Manufaktur Kussmaul), Jörg Hoppenkamps (Geschäftstführer Turn-WM)
Von links nach rechts: Dr. Peter Huber (Münzleiter Staatliche Münzen Baden-Württemberg), Fabian Hambüchen (Turn-WM Botschafter), Winfried Kretschmann (Ministerpräsident), Elisabeth Seitz (Turn-Team Deutschland), Wolfgang Drexler (STB Präsident), Bernd Kussmaul (Geschäftsführer Manufaktur Kussmaul), Jörg Hoppenkamps (Geschäftstführer Turn-WM) / Foto: Stuttgart 2019/ KD Busch

Wenige Wochen vor der Turn-WM Stuttgart 2019 (4. – 13. Oktober) haben die Sieger-Medaillen das Licht der Welt erblickt. Dabei legten die Verantwortlichen des ausrichtenden Schwäbischen Turnerbund viel Wert darauf, das Know-how der Region einzubringen. Das Projekt Medaillen „Made in Baden-Württemberg“ zog daher bei der Premiere entsprechend viel Prominenz an. Neben Ministerpräsident Winfried Kretschmann, STB-Präsident Wolfgang Drexler, Turn-Olympiasieger Fabian Hambüchen und Nationalmannschaftsturnerin Elisabeth Seitz kamen viele hochrangige Vertreter aus dem Turn-Musterländle nach Weinstadt nahe Stuttgart, wo die Medaillen kreiert und hergestellt wurden.

„So, wie jede große Leistung und jeder Sieg etwas Besonderes ist, so sollen es auch die Medaillen sein, die die siegreichen Sportlerinnen und Sportler erhalten. Die Medaillen bringen den Schwung und die Bewegung des Turnens sehr klar zum Ausdruck und als Gemeinschaftsprodukt mittelständischer, innovativer und erfolgreicher Unternehmen tragen sie viel baden-württembergisches Know-how in sich. Die Firma Bernd Kußmaul, die Staatlichen Münzen Baden-Württemberg und die Bandweberei Bauer, die die Medaillen mit einem nachhaltigen Band versah, stehen mit den anderen beteiligten Unternehmen exemplarisch für die Leistungsfähigkeit unseres Landes. Unseren Turnerinnen und Turnern wünsche ich, dass sie diese wunderbaren Medaillen mit nach Hause nehmen dürfen und freue mich auf die Wettbewerbe in Stuttgart“

Ministerpräsident Winfried Kretschmann

Wolfgang Drexler, Präsident des Schwäbischen Turnerbunds, der die Turn-WM gemeinsam mit den Deutschen Turner-Bund ausrichtet, sagte: „Wir haben von Anfang an das Ziel ausgerufen, ein der besten Turn-WMs aller Zeiten zu veranstalten. Dabei stehen die Turnerinnen und Turner im Mittelpunkt. Viele Mitglieder des Turn-Teams Deutschland trainieren in unserem Kunst-Turn-Forum. Damit war uns schnell klar, dass wir diese Leistung auch bei der Siegerehrung entsprechend honorieren wollen. Aus meiner Sicht ist das die beste Medaille, die es bei einer Turn-WM jemals gegeben hat, noch dazu mit Know-how aus dem Turn-Musterländle Baden-Württemberg. Was kann es für einen größeren Ansporn an unsere Turnerinnen und Turner geben, sich solch eine Medaille beim Heimspiel zu sichern?“

Bernd Kussmaul, der mit seiner in Weinstadt ansässigen Manufaktur für die Produktion der Medaille verantwortlich zeichnete, freute sich über die vielen lobenden Worte: „Der Entwicklungsprozess der WM-Medaillen hat vieles gemeinsam mit der langen und intensiven Vorbereitung der Turnerinnen und Turner. Uns verbinden dabei Disziplin, Anstrengung, Leidenschaft und Emotionen. In der Herstellung haben wir technisch viele Herausforderungen gemeistert. Zum Beispiel das Prägen in die Höhe. Das gab es so noch nie. Nun haben wir aber einen echten Wow-Effekt erzielt: Die Medaille lebt und ist dynamisch. Aus jedem Blickwinkel hat sie eine andere Erscheinung. Das ist auch für uns etwas ganz Besonderes und ich kann sagen: das Medaillenfieber ist bei uns schon lange ausgebrochen.“

Elisabeth Seitz sagte beeindruckt: „Ich war ja selbst ein wenig im Entwicklungsprozess beteiligt und habe ja auch schon die eine oder andere Medaille gewonnen in meiner Karriere. Was die Beteiligten hier geschaffen haben, ist wirklich außergewöhnlich. Das zeigt, wie viel Herzblut in der Turn-WM Stuttgart 2019 steckt. Das kommt auch bei uns Turnerinnen und Turnern an und gibt uns Rückenwind für die Vorbereitung.“

Reck-Olympiasieger Fabian Hambüchen feierte dank der WM-Medaille eine Premiere: „Ich habe ja quasi schon alles erlebt, was es im Turnen zu erleben gibt. Aber, dass ich heute Morgen die ersten WM-Medaillen persönlich prägen durfte, ist auch für mich neu. Das war auch für mich ein absolut emotionales Erlebnis, das mir wieder bestätigt hat: Eine Medaille ist immer viel mehr als ein Stück Metall. Man arbeitet so lange, so hart darauf hin. Und die Medaille in Stuttgart wird diesem Einsatz zu 100 Prozent gerecht.“

Fabian Hambüchen mit der Goldmedialle von Stuttgart2019 (links) und seiner Goldmedaille am Reck von Stuttgart 2007 (rechts)

Hintergrund: 31 Arbeitsschritte, sieben beteiligte Unternehmen aus Baden-Württemberg, eine einzigartige Medaille

Produktionsprozess der WM-Medaillen

  1. Fertigung Rohlings-Ronden aus dem Material Kupfer.
  2. Pressen der Medaillen Vorder- und Rückseite in einem Hub – Vorderseite mit fast 3 mm Höhe gab es in dieser Form noch nie, da es technisch als nicht machbar bewertet worden ist.
  3. Optische Qualitätskontrolle – Kontrolle der Sichtseiten auf Macken, Kratzer etc.
  4. Befräsen der Medaillen gemäß Designvorgabe.
  5. Strahlen der Medaillenoberfläche zur Erreichung des gewünschten optischen Design-Effekts.
  6. Maskieren der Bauteile zur Vorbereitung des Polierprozesses.
  7. Polieren der Lichtkanten und des WM-Logos zur Erreichung des gewünschten optischen Design-Effekts – Dynamik, Leben, Reflektion. Polieren erfolgt von Hand.
  8. Reinigen als Vorbereitung der Galvanik.
  9. Galvanik – Beschichtung der Medaillen Vorder- und Rückseite in Gold, Silber und Bronze – Ziel war es, die Farbtöne moderner und frischer zu interpretieren.
  10. Optische Qualitätskontrolle nach Galvanikprozess – Prüfung erfolgt unter Lichtabnahmeplätzen.
  11. Montage der Vorder- und Rückseiten; Einführung Band + Einsetzen von Magneten als Verbindungselement + Einsetzen einer Distanzscheibe – Einbringen der Arretierungsöse zur Bandpositionierung an der Medaille.
  12. Endkontrolle und verpacken.

Produktionsprozess des Bandes – Nachhaltigkeit spielt eine große Rolle

  1. Bestellung des Fasermaterials – aus recycelten Plastikflaschen.  
  2. Weben des Bands inklusive Designnaht nach Designvorgabe.
  3. Einfärben des Bandes mit den Farben Gold, Silber oder Bronze – abgestimmt zum Matt-Ton der Medaillen Vorderseite.
  4. Qualitätsprüfung gegen Referenzmuster zur Sicherstellung des gewünschten Farbtons.  
  5. Bedrucken der Bänder mit dem Logo #Stuttgart 2019.
  6. Ablängen + Verkleben der Schnittkante auf die gewünschte Bandlänge.
  7. Endkontrolle + Beistellung zur Montage.

Trennt man die Arbeitsschritte für die Vorder- und Rückseite, kommt man damit auf 31 Arbeitsschritte, sieben beteiligte Unternehmen aus Baden-Württemberg, die eine einzigartige Medaille für die Turn-WM Stuttgart 2019 ergeben.

Alle Gäste der Medaillenpremiere durften sich bei einer Werksführung in der Manufaktur die Produktionsschritte selbst anschauen.

Weitere Informationen

zur Manufaktur Bernd Kussmaul unter www.bernd-kussmaul-gmbh.de

zur Staatlichen Münzen Baden-Württemberg www.mintbw.de

Das neue formierte und unter dem Vorsitz des baden-württembergischen Ministerpräsidenten prominent besetzten Kuratoriums der Weltmeisterschaften im Gerätturnen hat sich zur konstituierenden Sitzung im Haus des Sports in Stuttgart getroffen. Die Mitglieder aus Sport und Politik befassen sich mit der Strategie und Ausrichtung der Weltmeisterschaften im Gerätturnen, die vom 4. bis zum 13. Oktober in der Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyer-Halle ausgetragen werden. Neben der perfekten Inszenierung des sportlichen Wettkampfs wurde als zusätzliches Ziel für das Spitzensport-Event der Anspruch formuliert, im Zuge der WM neue Zeichen für das Turnen insgesamt und Impulse für die Vereinsentwicklung zu setzen.

Die Mitglieder des prominent besetzten Kuratoriums übernehmen die Aufgabe, sich über die Ziele der Weltmeisterschaften im Gerätturnen zu informieren und darüber auszutauschen, in welcher Weise sie persönlich für eine Verbreitung in ihrem jeweiligen gesellschaftlichen Umfeld beitragen können. Der Deutsche und der Schwäbische Turnerbund erhoffen sich durch die Mitarbeit des Kuratoriums eine breite Unterstützung der Weltmeisterschaften und den damit verbundenen Zielen aus möglichst allen gesellschaftlichen Bereichen.

Als erste Einstimmung auf das Turn-Großereignis erhielten die Kuratoriums-Mitglieder neben einer allgemeinen Einführung in die WM durch DTB-Präsident Dr. Alfons Hölzl und der Darstellung der nachhaltigen WM-Effekte durch STB-Präsident Wolfgang Drexler auch ein Impuls-Referat von DTB-Cheftrainerin Ulla Koch.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann dazu: “Die Turn-WM ist der sportliche Höhepunkt schlechthin, für Stuttgart, die Region und für ganz Baden-Württemberg. Sie ist bei uns definitiv am richtigen Ort: Jeder zehnte Baden-Württemberger ist Mitglied in einem Turnverein, das ehrenamtliche Engagement für den Sport ist bei uns herausragend. Allerdings wird die Turn-WM kein Selbstläufer. Wir müssen uns ordentlich ins Zeug legen, damit dieses große Ereignis auch wirklich und überall die Aufmerksamkeit erhält, die es verdient.”

DTB-Präsident Dr. Alfons Hölzl fügte hinzu: “Ich denke, wir haben mit dieser sehr positiven, ersten Sitzung des Kuratoriums den Weg geebnet, um die Turn-WM auf breiter Ebene in Politik und Gesellschaft zu verankern. Wir nehmen viele Impulse und positive Anregungen für unsere weitere Arbeit mit.”

STB-Präsident Wolfgang Drexler sagte: “Wir sind uns mit Oberbürgermeister Fritz Kuhn und Ministerpräsident Winfried Kretschmann einig, dass nachhaltige Impulse wichtig sind für ein solches Event und es eine entsprechende finanzielle Unterstützung rechtfertigt. Das heißt für uns auch, das Turnen und die Bewegung raus zu bringen aus der Halle. Turnen kann viel mehr sein als die Bewegung an den klassischen Turngeräten. Das machen wir rund um die WM erlebbar. Baustein dafür werden die Turn-Shows ‘Salto Mondiale’ im Theaterhaus und das City-Event mitten in Stuttgart auf dem Schlossplatz sein. Dort werden wir moderne Formen von Turnen, Kraft und Körper-Kontrolle nicht zur zeigen, sondern auch erlebbar machen. Uns ist es wichtig, neue und breite Bevölkerungsteile mit der Turn-WM zu erreichen.”

Main Partner

Partner