
Spitzenteams überzeugen erwartungsgemäß, woanders gibt es Überraschungen und Enttäuschungen.
7. Oktober – Die Top-Teams zeigten konstant gute Leistungen, da sie nach beiden Qualifikationstagen voraussichtlich an der Spitze stehen werden. Weiter unten jedoch gab es einige Überraschungen und Enttäuschungen.
Russland, China und Japan belegten die ersten drei Plätze – eine Wiederholung des Qualifikationsergebnisses des Vorjahres. Die Ukraine, angeführt vom Veteran Oleg Verniaiev, verbesserte sich vom neunten Platz im letzten Jahr auf einen beeindruckenden vierten Platz bei dieser WM und sicherte sich einen Platz im Teamfinale, welches am Mittwoch stattfindet.
„Ich bin so stolz auf mein Team“, sagte Verniaiev danach. „Wir haben nicht unsere besten Übungen gezeigt, aber wir haben es insgesamt gut gemacht. Wir sind in Schlagdistanz und ich bin glücklich.“
Großbritannien und die Schweiz folgten auf den Rängen fünf und sechs, während das Team USA, welches in Subdivision 1 startete, am Pauschenpferd um den siebten Platz kämpfte. Ihr Topstar Sam Mikulak stürzte am Boden und Barren, kämpfte aber bis zum Schluss – durch eine herausragende Reckübung sicherte er sich noch einen Platz im Gerätefinale bei dieser WM.
Die große Überraschung bei den Herren lieferte eine Mannschaft, die am Vortag in der allerersten Subdivision geturnt hatte. Chinesisch Taipeh, in Doha nur auf Platz 17, verbesserte sich beachtlich auf Rang acht und buchte sich somit stichwörtlich ein Ticket sowohl für`s Teamfinale bei dieser WM, als auch für die Olympischen Spiele in Tokio 2020. Des Weiteren sind auch zwei Turner dieser Nation im Pauschenpferd-Finale vertreten, und Tang Chia-Hung hat das Feld am Reck angeführt.
Pauschenpferd-Weltmeister Xiao Ruoteng aus China überraschte im negativen Sinne. Er stürzte an seinem Paradegerät und wird somit seinen Titel nicht mehr verteidigen können. „Ich war wirklich extrem enttäuscht“, sagte er später. „Das war nicht das, was ich mir vorgenommen hatte, aber Fehler gehören nun einmal zu unserem Sport dazu.“
Deutschland landete auf dem 12. Rang, während Italien auf dem unglücklichen 13. Platz einkam und die Qualifikation für Olympia um etwas mehr als einen halben Punkt verfehlte.
Am meisten leiden mussten die Niederlande. In Doha noch im Teamfinale vertreten, schafften sie in Stuttgart nur einen enttäuschenden 19. Platz.

Dienstag, 8. Oktober – Die erste Siegerehrung dieser Titelkämpfe steht am Ende des heutigen Wettbewerbs des Team-Mehrkampfes der Frauen auf dem Plan. Die US-Frauen als Titelverteidiger sind klare Favoritinnen auf Gold, aber wie eng wird es bei der ersten WM-Entscheidung 2019 am Ende zugehen?
Mit Russland und China stehen die beiden anderen WM-Medaillengewinner aus dem letzten Jahr ebenfalls im Finale. Ihre Qualifikationsergebnisse waren sehr knapp, nicht weit dahinter lagen die Mannschaften aus Frankreich und Kanada, ebenfalls Finalisten in Doha.
Mit Niederlande, Großbritannien und Italien gibt es drei Newcomer im Finale, die sich mit beachtlichen Leistungen und somit hochverdient qualifiziert haben.
Im Gegensatz zur Qualifikation gibt es im Teamfinale den entscheidenden Unterschied, dass nur drei Athletinnen antreten und alle drei Punkte zählen – anders als vorher, als vier Turnerinnen auf jedem Gerät gegeneinander antraten und die drei besten Ergebnisse in die Wertung eingingen.
Der kleinste Fehler wird also bestraft-ein Sturz bedeutet das Ende aller Träume. Alles kann passieren an diesem Tag, Hochspannung ist vorprogrammiert!
Es besteht kein Zweifel, wer der Star der Show sein wird – Simone Biles aus den USA und Ihre Teamkolleginnen Sunisa Lee, Jade Carey, Grace McCallum und Kara Eaker gelten als Topfavoriten, die eine spektakuläre Show liefern werden.

Team Deutschland Männer
Andreas Hirsch – Bundestrainer
- Über den Teamgeist
Wir haben den Schulterschluss versucht hinzukriegen und ich denke, dass wir ihn auch hingekriegt haben. Das auch jeder für jeden einsteht in der Situation. Um besser zu sagen, wir sind auf der einen Seite eine Individualsportart aber auf der anderen Seite wollen wir auch die Mannschaft mitnehmen. Aber über die Probleme [die Verletzungen], die wir im Vorfeld hatten, müssen wir nachdenken – warum ist dieses oder jenes passiert.
- Über die Olympiaqualifikation
Jetzt hoffen wir einfach mal, dass uns die Sache mit der Fahrkarte (nach Tokyo) gelingt. Aber ich will nicht in den Bereich der Spekulationen gehen. Das ist jetzt eine Hoffnung, ein Wunsch von mir, den wir natürlich von vornherein, wie alle anderen, hatten.
Nick Klessing
- Über seinen Sprung
Die Bodenübung ist mir auch wirklich gut gelungen. Das war dann auch eigentlich ein sehr guter Einstieg. Ich habe dann auch an den Ringen eine gute Übung präsentiert. Da habe ich auch die beste erwischt, die ich in den letzten Wochen überhaupt geturnt habe. Am Sprung war es dann ziemlich ärgerlich am Ende. Der Sprung lief eigentlich sonst immer gut. Im Training war es eigentlich auch so, dass dieser Sprung (der leichtere) sicher war. Gestern hat es dann leider nicht funktioniert. Aber klar, wie schon gesagt, es können Fehler passieren, von jedem. Aber wir müssen uns dann zusammenreißen an der Stelle und das haben alle gut gemacht. Wir haben drei Sprünge gestanden. Ich bin sehr stolz auf das Team.
Andreas Toba
- Über die Atmosphäre in der Halle
Es war auf jeden Fall eine Stimmung, die kann man so gar nicht beschreiben. Als wir in die Halle kamen, hatte ich Gänsehaut. Ich habe irgendwann gemerkt, dass wir die Zuschauer auf jeden Fall auf unserer Seite brauchen! Dann lassen sich die Übungen etwas leichter turnen, als gedacht.
- Über seinen Wettkampf
Das erste Gerät, ist immer etwas komisch. Man ist noch nicht im Wettkampf angekommen und ist etwas hektisch im Handeln. Bitter war für uns Pferd und Sprung, aber Fehler passieren, nicht nur uns, sondern auch bei anderen. Wichtig war uns, dass wir die schwierigen Übungen durchturnen und das ist uns auch gelungen.
- Über die Kraft des Publikums
Ich habe gemerkt, was das Publikum bei mir ausgelöst hat. Diese Kraft, die dann freigesetzt wird, das kann man in keinem Training simulieren. Ich wollte, dass die Halle bebt, damit Philipp Herder seinen Sprung steht, das war meine Absicht und das ist am Ende auch gelungen. Ich wusste, wie wichtig dieser letzte Sprung für uns als Mannschaft ist, deshalb habe ich versucht, das ganze Publikum auf seine Seite zu ziehen.
Lukas Dauser
- Über seine Übung am Barren
Der Druck war schon groß, da in zwei vorherigen Übungen Fehler unterlaufen sind. Aber ich gehe in den Wettkampf, um meine beste Leistung abzurufen. Wer vor mir turnt und wie vor mir geturnt wird, ist für meinen Standpunkt eigentlich egal. Ich will mein bestes geben und das habe ich dann im Endeffekt auch gemacht. Bis auf den Abgang, war das eine perfekte Übung für mich. Viel besser kann ich das nicht turnen!
- Über Fehler
Es passieren Fehler, das ist uns allen bewusst. Schlecht ist nur, dass uns die Fehler an den gleichen Geräten passiert sind. Das heißt, eine verturnte Übung kommt in die Wertung, wie am Barren und am Pferd. Das ist natürlich besonders bitter für die Mannschaft.
- Über den Teamgeist innerhalb der Mannschaft
Als Marcel signalisiert hat, dass er bei der WM nicht mitturnen kann, haben Andreas und ich uns zusammengesetzt und überlegt, wie es weiter geht. Wir haben beschlossen, dass wir es für Marcel, aber natürlich auch für uns durchziehen und versucht aus der vermeintlich schlechten Situation positive Energie zu gewinnen. Wir haben uns als Team zusammengerauft und verstehen uns alle richtig gut. Die Chemie im Team stimmt und ich denke, das hat man gestern auch gesehen.
Präsident Deutscher Turner-Bund
Dr. Alfons Hölzl – DTB-Präsident
- Über die Titelkämpfe in Stuttgart
Ich persönlich habe noch keine Weltmeisterschaften erlebt, bei der der Besucherandrang derart groß war. Da geht mir das Herz auf, wenn man vor dem Eingang steht und sieht, wie viele in die Halle möchten. Bei der Qualifikation zu turnen, ist für alle Turnerinnen sämtlicher Nationen ein besonderes Erlebnis, wenn die Halle voll ist. Die Stimmung ist daher entsprechend positiv und das freut uns als Ausrichter natürlich besonders!
Team Deutschland Frauen

Ulla Koch – Bundestrainerin
- Über die gemeisterte Olympiaqualifikation
Ich bin sehr erleichtert, dass wir es geschafft haben! Ich war mir von Anfang an nicht sicher, ob wir das Mannschaftsfinale erreichen, dass wir so nah an den anderen dran sind, hätte ich nicht gedacht. Natürlich haben wir Fehler gemacht, die vermeidbar waren, aber andere Nationen haben auch Fehler gemacht. Eine kleine Träne war gestern im Auge, aber die Olympia Qualifikation und die vier Finalteilnahmen wiegen vieles auf.
- Über das Team für Tokyo
Die Kriterien für die Mannschaft stehen schon länger fest. Das erste Kriterium ist die Medaillenchance, das zweite die Finalchance und das dritte die Mannschaft. Der Druck für die Athletinnen, an manchen Geräten besser zu werden, um es ins Team zu schaffen, wird groß sein.
Kim Bui
- Über den Wetkampf
Ich habe bereits viele Wettkämpfe erlebt und gemerkt, wie schnell der Moment vorbei geht. Daher hatte ich mir vorgenommen den Wettkampf zu genießen und mich sehr viel mit allem drumherum beschäftigt, auch mit der mentalen Vorbereitung. Ich habe es mir häufig mental vorgestellt, wie es sein wird, wie es sich anfühlen wird. Aber ich kann sagen, dass es all meine Erwartungen übertroffen hat.
Emilie Petz
- Über den Wettkampf
Es war meine erste WM und sehr toll, in Stuttgart starten zu dürfen. Ich bin sehr stolz auf mein Team und wünsche Sarah und Eli alles Gute, dass sie nochmal so tolle Übungen zeigen, wie in der Qualifikation.
Pauline Schäfer
- Ihre Ratschläge an Sarah Voss für das Finale am Schwebebalken
Ich würde ihr gerne sagen, gehe es gelassen an, aber das ist nicht machbar. Natürlich werde ich Sarah so gut es geht unterstützen und Tipps geben, wenn sie das möchte. Sie ist einer sehr erfahrene Turnerin und wird das sicherlich schaffen!
Sophie Scheder
- Über Ihre Verletzung
Mir geht es mittlerweile schon etwas besser. Es ist sehr bitter, wenn man sich so lange vorbereitet hat und dann leider doch nicht mitturnen darf. Aber ich habe mich sehr gefreut, dass das Team so abgeliefert hat. Es ist genial, die Stimmung und alles andere hier miterleben zu dürfen.
Elisabeth Seitz
- Über das Barren-Finale
Was möglich ist, steht immer in den Sternen. Jedes Jahr geht es bei null los und man muss sich erneut beweisen. Gerade das Barrenfinale ist dieses Jahr wieder unheimlich stark besetzt, die letzte qualifizierte Turnerin hatte eine 14,700, das ist verrückt. Theoretisch ist alles möglich, es könnte sich noch einmal komplett durchmischen.
- Zuversichtlich bleiben
Ich denke da kommt einiges zusammen. Unter anderem die WM Bronzemedaille im letzten Jahr, dass es eine Heim WM ist und direkt im nächsten Jahr die Olympischen Spiele stattfinden. Außerdem spielt mein Körper aktuell mit. Mich persönlich motivieren so viele Highlights sehr, das wirkt sich dann eben auf alles andere aus. Das sieht man hier und hoffentlich nächstes Jahr in Tokyo auch.
Sarah Voss
- Über Ihre mentale Vorbereitung
Durch meine Verletzung musste ich mein Training zurückschrauben, auch am Balken. Ich bin die Übung auf dem Balken mental durchgegangen, habe meine Posen gemacht und die Sprünge angedeutet. Am Ende der Übung habe ich mich hingestellt und bin die Übung noch einmal komplett mental durchgegangen, möglichst ohne Fehler. Denn auch mental macht man Fehler, habe ich gemerkt. Mir hat es geholfen, das Gefühl für die Elemente beizubehalten, während meiner Verletzungspause.
- Über Ihre Übung am Balken
Ich werde versuchen das Gefühl von der Qualifikation wieder abzurufen, mich auf mich zu konzentrieren und darauf, was ich kann.

Montag, 7. Oktober – Am heutigen Tag endet der Qualifikationswettbewerb der Männer. Auf dem Podium vertreten: Die Teams aus den USA, Japan, Kanada, China, Belgien, Finnland, Australien, Ukraine, Nordkorea, Großbritannien, den Niederlanden, Rumänien und der Schweiz.
Am Ende des Tages wird feststehen, welche Mannschaften Tickets für die olympischen Spiele in Tokio lösen können. Die besten zwölf Teams des Qualifikationswettkampfes qualifizieren sich automatisch für Tokio 2020. Da bereits drei Nationen aus dem letzten Jahr sicher dabei sind -China, Russland und Japan- sind noch neun Olympiatickets zu vergeben.
Auch die Entscheidung um die Qualifikation für das Mehrkampf- und Gerätefinale wird am 7. Oktober fallen. Verheißungsvolle Einzelstarter sind der Boden-Spezialist Yulo Carlos von den Philippinen oder der Reck-Spezialist Tin Srbic aus Kroatien.
Besonderes Augenmerk liegt auch auf den Teams aus Japan und den USA (Subdivision 5), China (Subdivision 6) und Großbritannien (Subdivision 7). Diesen Mannschaften gelang bereits im letzten Jahr der Einzug ins Team-Finale.
In der letzten Subdivision wird der Reck-Spezialist Epke Zonderland aus den Niederlanden ans Gerät gehen. Obwohl es im letzten Jahr für das Team-Finale reichte, zeigt sich das niederländische Team in puncto Team-Finale zurückhaltend. Zonderland gab in einem Interview bekannt: „Wir sind nicht hier hergekommen, um uns für das Team-Finale zu qualifizieren. Das Ergebnis aus dem letzten Jahr war beeindruckend für uns.“

Am ersten Qualifikationstag der Männer feierten insgesamt sechs Teams ihren Weltmeisterschaftsauftakt. Auf dem Podium vertreten: Frankreich, Ungarn, Norwegen, Kasachstan, Taiwan und Italien.
Eine gelungene Pauschenpferd Übung zeigte der Franzose Cyril Tommasone, der den Schwierigkeitsgrad seiner Übung im Vergleich zum Vorjahr um weitere 0.2 Punkte steigern konnte und mit einem D-Wert von 6.3 in den Wettkampf startete. Mit seiner Wertung von 14.666 Punkten platziert er sich aktuell auf dem 4. Rang an diesem Gerät.
Auch die Italiener bescherten dem Publikum einen spannenden Wettkampf. Marco Lodadio, amtierender Bronzemedaillist an den Ringen aus Italien erturnte sich eine 14.666, der vorerst fünfte Platz nach diesem Tag.
Großer Hoffnungsträger des Wettkampfes war das Team aus der Türkei. Nach gelungenem Wettkampfauftakt zeigt die Riege aus der Türkei jedoch Schwierigkeiten und fällt insgesamt auf den 8. Platz ab. Einigen Teammitgliedern bleibt die Hoffnung auf eine Teilnahme in den Gerätefinals. Besonders am Barren fuhr das türkische Team gute Ergebnisse ein.
Russland turnt einen starken Wettkampf und kann gleich zwei seiner Mehrkämpfer auf den vordersten Rängen platzieren. Nikita Nagornyy zieht knapp an Landsmann Artur Dalaloyan vorbei und belegt den vorerst ersten Platz im Mehrkampf. Auch im Team glänzt Russland mit Topleistungen. Mit einem Vorsprung von über neun Punkten führt Russland die Team Competition an.
Brasiliens Arthur Zanetti kann sich mit 14.700 Punkten auf Platz 2 an den Ringen positionieren. Auch das Team landet vorerst auf einem starken dritten Platz hinter Russland und Chinesisch Taipeh.
Der Auftritt des deutschen Teams sorgt für Jubel in der Halle. „Absolut crazy und absolut atemberaubend“ beschreibt auch Karim Rida die Stimmung des Publikums. Trotz Begeisterung des deutschen Publikums muss sich das Team nach einigen Problemen am Barren und Pauschenpferd mit dem fünften Platz zufriedengeben. Lukas Dauser führt nach einer gelungenen Übung das Starterfeld am Barren an.
Das Team aus Spanien reist mit lautstarkem Fanblock an. Die Unterstützung des Publikums scheint beim spanischen Team angekommen zu sein. Trotz einiger Fehler zieht Spanien an Deutschland vorbei und belegt aktuell den 4. Platz in der Qualifikation.

Die Simone-Biles-Show
Die Qualifikation der Frauen wurde am Samstag Abend in einer vollen Hanns-Martin-Schleyer-Halle mit dem Auftritt von Simone Biles beendet. Das amerikanische Team zeigte wie erwartet eine beeindruckende Leistung und setzte sich an die Spitze der Mannschaftswertung. Dazu sind, bis auf am Schwebebalken, in jedem Gerätefinale zwei Turnerinnen aus der USA qualifiziert.
“Ich glaube nicht, dass ich heute meine beste Leistung gebracht habe,” sagte Biles nach einem nicht ganz fehlerfreien Wettkampf. Bis auf Balken, musste sie kleiner Abzüge an drei von vier Geräten hinnehmen. “Ich glaube da ist noch Luft nach oben.”
Trotzdem beendete Biles die Qualifikation als Erste im Mehrkampf und präsentierte zu dem den euphorischen Zuschauern ihre beiden neuen Elemente am Boden und am Schwebebalken, welche nun auch offiziell im Code de Pointage nach ihr benannt werden.
Außerdem haben die Volksrepublik China, Russland, Frankreich, Kanada, die Niederlande, Großbritannien und Italien das Team Finale erreicht.
Deutschland hat unglücklich das Team Finale um 0.034 Punkte verpasst. Als neunter der Qualifikation haben sie dennoch das Ticket für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio gelöst. Darüber hinaus haben sowohl Elisabeth Seitz, als auch Sarah Voss das Mehrkampf Finale erreicht. Seitz wird dazu noch im Gerätefinale am Stufenbarren teilnehmen und Voss am Schwebebalken.
Die anderen für die olympischen Spiele qualifizierten Teams sind: Belgien, Japan und Spanien. Brasilien, Teamfinalist von der Weltmeisterschaft 2018 in Doha wurde aufgrund einer Verletzung am ersten Gerät von Jade Barbosa geschwächt und erreichte Platz 14.


Stuttgart, 5.Oktober 2019
Mit dem Abschluss des zweiten Qualifikationstages bei den 49. FIG Turn-Weltmeisterschaften in Stuttgart, wurde die offizielle Liste der qualifizierten Teams und die Liste der nominierten Einzelstarter für die olympischen Spiele 2020 in Tokio von dem internationalen Turnverband (FIG) bekannt gegeben.
Die Liste wurde auf der Seite der FIG unter dem Event-Kalender für die Olympiade 2020 veröffentlicht.
Am 12. und am 13. Oktober haben die drei bestplatzierten Turnerinnen in den Gerätenfinals die Chance ein Olympia-Ticket zu lösen.
Gerätespezialisten haben ebenfalls die Chance sich über die der Weltcup-Serie zu qualifizieren, die im März 2020 endet. Vier Frauen und sechs Männer können sich durch die Gerätewertungen für Tokio qualifizieren (mit der Bedingung, dass diese Athleten nicht aktiv am Qualifikationsprozess des jeweiligen Landes beteiligt waren). Für die Gerätewertung werden die drei besten Ergebnisse addiert.
Für die qualifizierten Länder gibt es die Möglichkeit weitere Athleten durch die Mehrkampf-Weltcup-Serie 2020 zu qualifizieren. Diese vierteilige Wettkampfserie endet im März und steht offen für die drei besten Nationen.
Die letzte Chance sich zu qualifizieren wird bei den Kontinental-Meisterschaften im Frühjahr 2020 sein. Jeweils zwei Plätze sind bei den Meisterschaften in Afrika, Amerika, Europa und Asien zu vergeben und ein Platz in Ozeanien.
Weitere Informationen sind hier zu finden

Sonntag, 6. Oktober – Mannschaften aus Italien, China, Taipei, Kasachstan, Norwegen, Ungarn, Frankreich, Russland, Weißrussland, Türkei, Spanien, Deutschland und Brasilien treten in den ersten vier Subdivisionen des Qualifikationswettkampfes der Männer an.
Die Teams wollen ihre Ansprüche auf einen Olympia-Startplatz deutlich machen, da die zwölf besten Teams aus Stuttgart einen Platz für Tokio erhalten. Zusammen mit den drei bereits qualifizierten Mannschaften: China, Russland und Japan sind noch neun Tickets für Tokio zu vergeben.
Auch stehen Start-Plätze für das Mehrkampffinale und die Gerätefinals auf dem Spiel hier in Stuttgart. Es gibt genug Einzelstarter, die scharf auf diese Plätze sind.
Besonderes Augenmerk sollte auf Artem Dolgopyat aus Israel gelegt werden, der sich einen Platz im Boden-Finale erhofft; der irische Pauschenpferd-Spezialist Rhys McClenaghan und Manrique Larduet aus Kuba, der Bronzemedaillengewinner im Mehrkampf aus 2015, sind nach einer Verletzung zurück.
Das Top-Team am ersten Qualifikationstag sind die Russen mit Mehrkampfsieger des letzten Jahres, Artur Dalaloyan und dem diesjährigen Europameister im Mehrkampf, Nikita Nagorny. Dieses Team wird in Subdivison drei ans Gerät gehen.
Große Hoffnungen ruhen auch auf den Schultern des deutschen Teams, die in Subdivision vier sind. Der Heimvorteil soll dabei helfen das große Ziel zu erreichen, die Qualifikation für die Olympischen Spiele.

Den ersten Qualifikationstag der Frauen dominierten zwei Mannschaften – China belegt den ersten Platz mit 169,161 Punkten. Das Team aus Frankreich liegt mit einem Abstand von 2,448 Punkten auf dem zweiten Platz.
China zeigte brillante Übungen am Schwebebalken und belegte damit die ersten drei Plätze an diesem Gerät. In der Gesamtwertung der Einzelturnerinnen überzeugte Melanie de Jesus dos Santos aus Frankreich und führte mit 56,782 Punkten. Santos belegte auch am Boden den ersten Platz.
Platz zwei und drei der Gesamtwertung gingen an die Chinesinnen Liu Tingting und Li Shija.
Die Teams von Kanada, Deutschland und Belgien belegten die folgenden drei Plätze in der Teamwertung. Nina Derwael aus Belgien führte am Stufenbarren.
Lediglich das rumänische Team konnte seine Leistung nicht zu 100% abrufen. Sie stürzten mehrfach und es schlichen sich einige Fehler ein. Am Ende landeten sie auf dem zehnten Platz und verspielten somit die Olympiaqualifikation.
Alle Teams kämpfen um die Top 12, denn dann qualifizieren sie sich für die Olympischen Spiele. Die Teams haben gestern ihr Bestes gegeben und müssen nun abwarten, was heute am zweiten Tag der Frauenqualifikation passiert.

Deutsche Turnerinnen liegen in der Qualifikation auf dem zweiten Platz.
„Meine Devise war eigentlich, selbst keine Fehler zu machen, und nicht, auf die der anderen zu hoffen“, betonte Bundestrainerin Ulla Koch. Ganz ging das nicht auf. Dennoch dominierte der Optimismus, die Olympiaqualifikation und vielleicht sogar das Teamfinale zu schaffen. „Die Belgierinnen haben wir ja schon mal hinter uns gelassen“, sagte Koch.
Die Riege von Bundestrainerin Ulla Koch turnte insgesamt 161,897 Punkte ein und liegt damit vor Belgien (161,238) und Australien (157,945). „Wir haben es als Team super gemacht“, sagte Kim Bui. „Jetzt heißt es: Warten, warten, warten.“
Die deutschen Turnerinnen starteten am Stufenbarren gut in den Wettkampf. Allein Emelie Petz (13,233) bekam nach einem Flugelement den oberen Holm nicht wieder richtig in den Griff und musste absteigen. Doch alle anderen DTB-Vertreterinnen, die erst kurzfristig für die verletzte Sophie Scheder an den beiden Holmen zum Zug gekommene Sarah Voss (13,766), die routinierte Kim Bui (14,200) und vor allem die WM-Dritte Elisabeth Seitz (14,80), kamen problemlos durch ihre Programme. Seitz machte mit dieser starken Leistung und dem vorerst zweiten Platz an ihrem Spezielgerät ihre Ambitionen auf das Finale und eine erneute Medaille deutlich.
Am Schwebebalken wackelte die deutsche Rekordmeisterin als Starterin bei ihrer Doppeldrehung, löste den Rest der Aufgabe auf dem nur zehn Zemtimeter schmalen Grat aber ansonsten souverän (12,833). Emelie Petz hatte derweil erneut Schwierigkeiten und verlor bei ihrer Hockdrehung die Balance (11,533). Eine sehr stabile Leistung mit einer D-Note von 5,70 zeigte Sarah Voss und übernahm mit 13,60 Punkten die zwischenzeitliche Führung an diesem Gerät vor der Belgierin Nina Derwael (13,20). „Eine Weltklasseübung“, kommentierte Koch.
Pech hatte Pauline Schäfer, die erst am Donnerstag von ihrem WM-Start erfahren hatte. Bis nach ihrem eigenen Element, dem Seitwärts-Salto mit halber Drehung, klappte es bei der früheren Weltmeisterin ordentlich, dann jedoch konnte sie nach einem freien Überschlag einen Absteiger nicht verhindern und vergab mit 11,80 Punkten die Chance auf den Einzug in den Endkampf.
Am Boden musste Nesthäkchen Petz als Erste ran. Diesmal lief es für sie besser, musste die 16 Jahre alte WM-Debütantin nur einmal nach der ersten Akrobatikbahn die Fläche verlassen (12,166). Auch für Sarah Voss erwies sich diese zweimal als zu kurz; zudem kam sie bei einer Landung ins Straucheln (12,40). Mitreißend und dynamisch wie gewohnt der Auftritt von Elisabeth Seitz (12,766). Doch auch für die Stuttgarterin gab es drei Zehntel Penalty. Trainingskollegin Kim Bui schloss den Durchgang mit einer schönen Darbietung ab (13,00).
Die Teamälteste setzte den Wettkampf am Sprung mit einem soliden Yurtschenko mit ganzer Schraube fort (13,666), gefolgt von Emelie Petz, die bei ihrem noch ein bisschen höher hinaus kam, aber einen kleinen Hüpfer nicht vermeiden konnte (13,766). Elisabeth Seitz wagte den Rondat-Sprung mit Doppelschraube und wurde mit 14,60 belohnt. Auch Sarah Voss zeigte das höherwertige Element und erhielt dafür 14,366 Punkte.
Bei den Belgierinnen hatte sich Stufenbarren-Weltmeisterin Nina Derwael mit einem beeindruckenden Vortrag an den beiden Holmen, der mit 15,141 Punkten (D-Score: 6,50) belohnt wurde, bestens für die Titelverteidigung in Stellung gebracht. Die Französin Melanie Jesus dos Santos übernahm am Abend mit 56,782 Punkten die Führung in der Einzelwertung vor Derwael (55,441), Seitz (54,999) und Voss (54,132).
Die Tribünen waren schon morgens gut gefüllt, die Stimmung prächtig. Auch Einzelturnerinnen aus bislang auf der internationalen Bühne weniger präsenten Nationen wie Nigeria hatten sich zum Auftakt präsentiert.
Durchs Programm führen Jens Zimmermann, der zweimalige WM-Zweite im Mehrkampf, Philipp Boy, und Schwebebalken-Spezialtrainerin Carol Angela Orchard.
Quelle: DTB News